(Herkunft unbekannt)

Einige meiner Lieblings – Gedichte

 

 

Ihr glaubt der Jäger sei ein Sünder, weil selten er zur Kirche geht.

Im stillen Wald ein Blick zum Himmel, ist besser als ein falsch Gebet.

 

Wilhelm Busch

 

Mondnacht

 

Es war als hätt der Himmel, die Erde still geküsst,

Das sie im Blütenschimmer, von ihm nun träumen müsst.

 

Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder, so sternklar war die Nacht.

 

Und meine Seele spannte, weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

 

Josef von Eichendorff

 

 

 

 

Die Jagd

 

,ne Jagd ist heute angesagt, schon hört man Schüsse fallen.

Nervös wird mancher schon beim Schuss, zerstörend wirkt das Knallen.

Der Isidor von Katzenstein, war auch zur Jagd gekommen,

Es war die erste Sauen - Jagd, woran er teilgenommen.

Man hat den Moritz Salomon zum Nachbarn ihm gegeben. -

Ein Schuss – und schon läuft Isidor, als ging es um sein Leben.

Ein angeschossner Eber stürzt - die gelben Hauer starren –

Wutschnaubend, fauchend, kampfentbrannt,

Mit aufgebauschten Haaren gerade auf den Katzenstein.

Der rennt, was er kann laufen, bis an den nächsten Birkenbaum,

Um dorten zu verschnaufen. Doch als der böse Eber bleibt,

Zum Anlauf fest entschlossen, schreit Isidor:

“Was willst von mir? Der Moritz hat geschossen!“

 

Friedrich Erich Petukat

 

 

 

Waldgespräch

 

„Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Was reitest du einsam durch den Wald?

Der Wald ist lang, du bist allein,

Du schöne Braut! Ich führ dich heim!“

 

„Groß ist der Männer Trug und List,

Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,

Wohl irrt das Waldhorn her und hin,

O flieh!  Du weist nicht wer ich bin.“

 

So reich geschmückt ist Ross und Weib,

So wunderschön der junge Leib

„Jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei!

Du bist die Hexe Loreley.“

 

„Du kennst mich wohl – von hohem Stein,

Schaut still mein Schloss tief in den Rhein.

Es ist schon spät, es wird schon kalt.

Kommst nimmermehr aus diesem Wald!“

 

Josef von Eichendorff

 

 

 

 

Waldmädchen

 

Bin ein Feuer hell, das lodert von dem grünen Felsenkranz,

Seewind ist mein Buhl und fordert mich zum lust´ gen Wirbeltanz,

Kommt und wechselt unbeständig, Meine schlanken Lohen wend ich:

Komm nicht nah mir, ich verbrenn dich!

 

Wo die wilden Bäche rauschen und die hohen Palmen stehn,

Wenn die Jäger heimlich lauschen, viele Rehe einsam gehen.

Bin ein Reh, flieg durch die Trümmer, über die Höh, wo im Schnee

Still die letzten Gipfel schimmern, folg mir nicht, erjagst mich nimmer!

 

Bin ein Vöglein in den Lüften, schwing mich übers blaue Meer,

Durch die Wolken von den Klüften fliegt kein Pfeil mehr bis hierher,

Und die Aun und Felsenbogen, Waldeinsamkeit Welt, wie weit,

Sind versunken in den Wogen – Ach, ich habe mich verflogen!

 

Josef von Eichendorff

 

 

 

 

Der Jäger Abschied

 

Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben!

Wohl den Meister will ich loben, solang noch mein Stimm´ erschallt.

Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

 

Tief die Welt verworren schallt, oben einsam Rehe grasen,

Und wir ziehen fort und blasen, dass es tausendfach verhallt:

Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

 

Banner, der so kühle wallt! Unter deinen grünen Wogen

Hast du treu uns aufgezogen,Frommer Sagen Aufenthalt!

Lebe wohl, Lebe wohl, du schöner Wald!

 

Was wir still gelobt im Wald, wollen´ s draußen ehrlich halten,

Ewig wollen treu die Alten; Deutsch Panier, das rauschend wallt,

Lebe wohl, lebe wohl, schirm dich Gott, du schöner Wald!

 

Josef von Eichendorff

 

 

 

Der Rehbock

 

Bei einem Rittergutsbesitzer war, stets zum Besuch die Jägerschar.

Auf seinem Gut war Wild in Menge, oft hörte man des Waldhorns Klänge,

das Herrenhaus war niemals leer, den Jägern es gefiel dort sehr.

Dem Herrn wurd` schließlich dies zur Bürde. Wie los er die Gesellschaft würde,

War bald sein sinnen Tag und Nacht, und endlich hat er´s auch gemacht.

Beim Frühstück alle Jäger saßen, und tüchtig tranken, sehr gut aßen,

Als meldete der Hofmann laut:„Am Wald in dem Kartoffelkraut ein großer,

 schöner Rehbock steht,Soeben hab´ ich ihn erspäht.“

Die Jäger auf vom Frühstück sprangen, um schnell den Rehbock abzufangen.

Im nu war alles aus dem Haus, zwei Jäger waren bald voraus.

Sie pirschten, bald ein Schuss auch fiel, doch schlecht getroffen war das Ziel.

Der zweite Schuss es besser machte, der feiste Bock zur Strecke brachte.

Mit Weidmannsheil, Triumphgeschrei, zum Bocke lief die Jägerei,

Doch da war statt der Freude Zorn, man stieß nicht in das Jägerhorn

Und schimpfte: das gibt Stoff zu Glossen, denn nur ein Schafbock war geschossen,

Ein Rehfell war ihm umgebunden, ein braunes Band ums Horn gewunden.

Der Jäger Ärger war sehr groß, der Gutsherr war die Gäste los.

 

Heinrich Toball

 

 

 

Winternacht

 

Verschneit liegt rings die ganze Welt, ich hab nichts, was mich freuet,

Verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet.

 

Der Wind nur geht bei stiller Nacht, und rüttelt an dem Baume,

Da rührt er seinen Wipfel sacht, und redet wie im Traume.

 

Er träumt von künft`ger Frühlingszeit, von Grün und Quellenrauschen,

Wo er im neuen Blütenkleid, zu Gottes Lob wird rauschen.

 

Joseph von Eichendorff

 

 

„ Ich wünsche Dir Zeit“

 

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben.

Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:

Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen,

und wenn Du sie nützt kannst Du was daraus machen.

 

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,

nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken,

Ich wünsche Dir Zeit, nicht Hasten und Rennen,

sondern die Zeit zum Zufrieden sein können.

 

Ich wünsche Dir Zeit, nicht so zum Vertreiben,

Ich wünsche, sie möge Dir übrigbleiben,

als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,

anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

 

Ich wünsche Dir Zeit nach den Sternen zu greifen,

und Zeit, um zu wachsen, das heißt zu reifen,

Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, neu zu lieben,

es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

 

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,

jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.

Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben,

Ich wünsche Dir: Zeit haben zu leben. 

 

 

 

Seelenverwandtschaft

bezeichnet man eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich dadurch auszeichnet, dass beide Personen ähnlich empfinden und denken.

Im Phaidros Platons wird die Ursache dieses Empfindens beschrieben und eine Quelle für die Empfindung der Liebe und Freundschaft dargestellt. In diesem Mythos erzählt Platon, wie die Seele ihre Federn verliert und dabei auf die Erde stürzt. In den Körpern eingeschlossen haben sie keine Ahnung mehr von ihrem früheren Leben und existieren ohne Erinnerung - bis sie in die Augen eines Anderen blicken bzw. das Schöne erblicken:

Durchwärmt nämlich wird der Liebende, indem er durch die Augen den Zufluss der Schönheit aufnimmt, durch welchen seine gefiederte Seele gleichsam begossen wird. Ist er nun durchwärmt, so schmilzt um die Keime des Gefieders hinweg, was schon seit langem sie verschloss und sie hinderte hervorzutreiben. Denn dass er wie in einem Spiegel in dem Liebenden sich selber beschaut weiß er nicht und wenn jener nun gegenwärtig ist, so hat auch er gleichsam jene Befreiung von den unerträglichen Schmerzen.(Platon, Phaidros)

 

 

 

Startseite    Forschung Brückrachdorf    Ahnenforschung    Bilder von Brückrachdorf

 

Forst und Jägerei

 

 

 Mail: info@ritagoebler.de

           rita-goebler@tele2.de